Die Kupplung hat einen aufreibenden Job, sie muss die Drehzahldifferenzen zwischen Kurbelwelle und Getriebeeingangswelle ausgleichen - durch Gleitreibung (Schlupf). Dadurch verschleißt sie bei jedem Anfahren und bei jedem Schaltvorgang, ähnlich einer Bremse.
Die Lebensdauer einer Kupplung hängt also vom Benutzer ab. Hohe Anfahrdrehzahlen, egal ob aus Unfähigkeit oder beim Viertelmeile-Start, sind Gift für eine Kupplung. Denn je höher die Drehzahldifferenz zwischen Kurbelwelle und Getriebe, desto mehr Reibung ist zum Ausgleich nötig.
Reibung aber erzeugt Wärme und zuviel Wärme macht sich durch Kupplungs-Geruch bemerkbar. Der Geruch entsteht durch die Bindemittel und Weichmacher in den Reibbelägen, die bei großer Hitze ausdünsten. Im Extremfall härten die Belege aus, das Schwungrad kann sich verziehen oder Risse kriegen. Anschließend rupft dann meist die Kupplung oder - bei Verzug - trennt nicht mehr richtig.
Die Dämpfung der ruckartigen Kurbelwellenbewegung gehört ebenfalls zum Kupplungsaufgabengebiet. Das übernimmt entweder das 2-Massen-Schwungrad oder eine torsionsgedämpfte Mitnehmerscheibe. Ab einer gewissen Leistungssteigerung muss hier verstärkt werden, sonst würde der Motor die Torsionsdämpfer mühelos auf Anschlag knallen. Bei extremen Leistungssteigerungen oder im Motorsport interessieren Vibartions-Problemchen niemanden, starre Kupplungsscheiben sind hier das Maß der Dinge. Vorteile: besseres Ansprech- und Startverhalten.